Treppenhausinstandsetzung Denkmalpflege in Potsdam - historische Wandgestaltung

Denkmalpflege Innenbereich

Bauvorhaben:

  • Teltower Vorstadt – Potsdam

Leistungen:

  • Maler.- Lackierarbeiten

Dekorative Wandtechniken bei Treppenhausinstandsetzung in der Teltower Vorstadt – Potsdam

Die Potsdamer Wohnungsbaugesellschaft WBG 1903 lässt seit einiger Zeit in der Teltower Vorstadt Wohnhäuser sanieren. Diese Häuser sind in der Zeit von 1923 bis 1938 gebaut worden und stehen unter Denkmalschutz. Die Entwürfe stammen von Reinhold Mohr, Baurat und Architekt im damaligen Potsdam. Mohrs Wunsch war es, „Potsdam farbig zu gestalten“, wie es wohl zu Zeiten Friedrichs des Großen gewesen war.

Zu jeder Wohnung gehört ein Garten, die ganze Anlage hat einen gartenstadtähnlichen Charakter. Die Wohnsiedlung ist ein Beispiel, wie man mit wenig aufwändigen gestalterischen Mitteln, allein durch die konzeptionelle Planung der Anlage (Straßenverläufe, platzartige Erweiterungen, Einbeziehung der Natur) eine zweckmäßige und zugleich schöne Architektur schaffen kann. Die Häuser wurden innen und außen vollständig saniert und erstrahlen in neuem Glanz. Da Treppenhäuser die Visitenkarten von Immobilien sind, ist deren Zustand und Aussehen ein wichtiger Faktor für ihre Beurteilung und Vermietung. Leider gibt es zu den Treppenhäusern keine fundierten Quellen zur Farbigkeit oder historische Fotos. Aus wessen Hand die Ideen für die unterschiedlichsten Gestaltungen stammen, ist nicht bekannt. Man bevorzugte kräftige Farben und entwickelte eigenständige, mit einfachen Mitteln zu erreichende Gliederungen für die Paneele der Wandflächen.

Jedes Treppenhaus hat eine eigene Gestaltung hinsichtlich der Farben und Formen. Die Firma Lüttgens Malereibetriebe, die viel Erfahrung in der Sanierung denkmalgeschützter Gebäude und Treppenhäuser hat, ist mit der Wiederherstellung der Treppenhäuser beauftragt worden. Bei der Sanierung wird eine Annäherung an  das ursprüngliche Aussehen angestrebt. Jedoch kann der alte Zustand nicht vollständig wiederhergestellt werden. Kompromisse hinsichtlich Umfang, verwendetem Material und Ausführung sind nicht zu vermeiden. Das Büro Isensee & Schauss – Farbgestaltung und Restaurierung von Architekturoberflächen – erstellte auf der Basis von restauratorischen Sondierungen zur Ermittlung der Erstfassung der Treppenhausanstriche für jedes Treppenhaus ein differenziertes Farbprojekt. Da manche Mieter bereits 50 Jahre in den Häusern wohnen, fanden parallel Befragungen über die früheren Gestaltungen statt. Es zeigte sich jedoch, dass die Wahrnehmung zu Farbtönen sehr subjektiv ist und die Aussagen nur eine begrenzte Hilfe sein konnten. Erreicht wurde eine zeitgemäße Sanierung mit historischer Optik. Bei den Treppenhäusern bedeutet das, dass heutigen Ansprüchen gemäß Wand und Deckenflächen teilweise gespachtelt wurden, obwohl das nicht den historischen Gegebenheiten entsprach.

Ein Teil der Streifendekoration der Wandpaneele wurden in traditioneller handwerklicher Technik mittels Ringstrichzieher und Malerlineal ausgeführt. Farbe ist immer auch Geschmackssache. Nicht alle bei den Sondierungen entdeckten Farben des Erstanstrichs fanden ungeteilten Beifall bei allen Mietern. So gab es natürlich auch manche Diskussionen und einige Kompromisse. Letztendlich wurden alte Maßstäbe mit neuen Maßstäben verknüpft. Einige der bei den Sondierungen freigelegten Referenzstellen wurden restauriert und konserviert. So bleiben einige kleine Fenster in die Vergangenheit erhalten. Auch einige ursprüngliche Leuchten, Schalter und Türklinken wurden bewusst als Reminiszenzen an die Vergangenheit, jedoch ohne Funktionalität, belassen. Die eher engen Treppenaufgänge wirken durch die geschickte Farbwahl nun großzügiger und freundlicher.

Die Farbpalette reicht von gedeckten Farbtönen, die einen gediegenen Eindruck vermitteln, bis zu kräftigen Farbtönen, die vor Lebensfreude sprühen. Auch aufwändige Details wurden liebevoll herausgearbeitet und Durchgänge farblich abgesetzt. Jeder Aufgang ist anders gestaltet, sowohl in Farbe als auch im Dekor. Kokosläufer mit Messingstangen runden das Bild ab.  Die sanierten Treppenhäuser in der Drevesstraße, Kunersdorfer Straße und Am Brunnen sind ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber, Denkmalpflege, den begleitenden Restauratoren und dem Malereibetrieb.

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